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Der Druck auf unsere Kinder wächst Wir leben in einer komplexen Gesellschaft, die von vielen Unwägbarkeiten geprägt ist. Der zunehmende Konkurrenzdruck auf den Wirtschaftsstandort Deutschland und damit
auf die Menschen, die hier leben, verlangt ein Höchstmaß an Durchhaltevermögen und Leistungswillen, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein, Selbstvertrauen ebenso wie Beziehungsfähigkeit. Fähigkeiten, für die sich schon im Vorschulalter die Basis legen lässt. Unsere Kindertageseinrichtung will die Frage beantworten, wie wir
kleinen Kindern den besten Start für diese großen Lebensanforderungen mit auf den Weg geben. Unsere Antwort ist vielschichtig und geht über die plakative Frühförderung, z.B. das Anhäufen von abstraktem
Wissen wie Lesen und Schreiben, weit hinaus. Ganzheitlicher Ansatz Denn reine Konzentration auf die geistige Entwicklung des kleinen Kindes lässt die Eltern allein mit vielen Problemsituationen: z.B. verzögerte Sprachentwicklung bei
derzeit etwa einem Viertel der Vorschulkinder, mangelnde sensorische Integration (z.B. Schwierigkeiten der Auge-Hand-Koordination oder motorische Unsicherheiten) sowie Anstieg von Hyperaktivität,
Aggressivität und Konzentrationsstörungen (meist die Vorstufe für Lern- und Leseschwierigkeiten im Schulalter). Daraus leitet sich
für uns Erzieher/innen die Verantwortung ab, die Umgebung des kleinen Kindes so zu gestalten, dass es sich gesund entwickeln kann (Salutogenese). Wir geben dem Kind Zeit und Raum, die in umgebende Welt zu
verstehen. Unser Ziel ist es, dass die Kinder wichtige Basiskompetenzen wie Motorik, Sprache, Phantasie, Durchhaltevermögen etc. an ihrer Umwelt schulen und dabei ein positives Lebensgefühl entwickeln.
Der genaue Blick Aufgaben, die wir an das heranwachsende Kind
stellen, sind geprägt von diesem Anspruch. Es gibt keinen Lösungsweg, dem es stereotyp folgen soll. Vielmehr schauen wir genau hin, wo wir unterstützen müssen, damit das Kind seine Aufgaben selbständig zu
Ende führen kann. Jedes Kind erhält die Gelegenheit, wichtige Entwicklungsschritte in der ihm eigenen Form vorzunehmen. Damit es im
Einklang mit seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen Hindernisse und Herausforderungen meistern kann. Lebenssicherheit Diese positive Lebenserfahrung schafft Sicherheit. Denn das kleine Kind ist mit allen seinen Sinnen der Außenwelt hingegeben,
aber auch ausgeliefert. Es kann sich nicht gegen überfordernde Reize oder Anforderungen abgrenzen. Darüber hinaus erfährt das Kind
Geborgenheit: durch die liebevolle Zuwendung der Erzieher/innen sowie nachvollziehbare Abläufe und Strukturen des Umfeldes. An ihnen kann es sich in Zeit und Raum sowie bei seinen nachahmenden Handlungen
orientieren. Dadurch lässt es sich nicht so leicht aus der Bahn zu werfen, wenn es Widerstände wie Krankheit oder plötzliche Lebensveränderungen überstehen muss. (Resilienz)
Sich Herausforderungen stellen Durch die Gesamtheit dieser Erfahrungen gelangt das
Kind zu der „Gewissheit, dass die Welt bei entsprechender Bemühung
- prinzipiell durchschaubar ist,
- handhabbar und gestaltbar ist,
- Sinn enthält, so dass auch die eigenen Anstrengungen Sinn machen und es lohnend ist, sich auf die Herausforderungen des Lebens einzulassen.“ (R.Patzlaff, W.Saßmannshausen)
Dabei lernt bereits das kleine Kind mit einem klaren Ziel vor Augen seine Aufgaben trotz aller Schwierigkeiten zu meistern und zum Ende zu bringen. (Kohärenz) Basiskompetenzen Zu den wesentlichen
Herausforderungen, deren Bewältigung unsere Einrichtung fördert, gehören daher beispielsweise
- das Verstehen und Begreifen der Umwelt
- die Schulung der Grob- und Feinmotorik
- die Sprachentwicklung
- die Konzentrationsfähigkeit
- die Phantasieentwicklung
- das Einordnen in das Gruppengeschehen
- das Vertrauen auf die eigene Kraft
- die eigenständige Lösung von Aufgaben
- die Verantwortung für das kleinere Kindergartenkind
- das Ergreifen von Initiativen
- die verbale – nicht handgreifliche - Auseinandersetzung im Konflikt
Wenn Kinder groß sind, ist es egal, ob sie mit 4 oder 7 Jahren, lesen, schreiben, schwimmen oder Flöte spielen gelernt haben. Dann sucht die Gesellschaft Menschen, die die Dinge
anpacken und zu Ende bringen, die originelle Lösungen finden und im Team verbessern können. Menschen, die beziehungsfähig und gesund sind und die aus eigener Kraft ihren Weg gehen.
Vom Umgang mit den Medien Medienkompetenz ist in unserer Zeit ein großes Schlagwort
geworden. Nicht zu Unrecht: Die wenigsten Arbeitsplätze werden im 21. Jahrhundert ganz ohne computergesteuerte Prozesse auskommen.
Unsere Frage dreht sich nicht um das ob, sondern um das wann: Medien wie Fernsehen oder Computer können keine authentischen Erlebnisse generieren. Die Technik ist für kleine Kinder nicht durchschaubar,
das menschliche Vorbild fehlt. Außerdem unterbinden sie den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder, der Voraussetzung für die in diesem Alter so wichtige Schulung ihrer grob- und feinmotorischen Fähigkeiten
ist. Daher verzichten wir im Vorschulalter bewusst auf diese Medien. Die Erfahrung lehrt, dass eventuelle Vorsprünge, z.B. im Umgang mit dem Computer, schnell in späteren Jahren erarbeitet
sind. Dann bringen die Kinder die erforderlichen körperlichen und geistig-seelischen Voraussetzungen mit. Erst zu diesem Zeitpunkt sollte die Medienkompetenz der Kinder gefördert werden. Der
Pflege der Denkkräfte des Kindes widmen wir uns auf verschiedenen Wegen: vgl. hierzu die Methodik-Kapitel „Spiel- und Spielpflege“ sowie „Sinnes- und Sprachpflege“ . |
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„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“
Afrikanisches Sprichwort, „Kinderjahre“ S.201, Prof. Dr. Remo Largo, Facharzt für Kinderheilkunde
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„Pisa huldigt damit einem Bildungsideal, das den effizienten Kopf von den Leistungslieferanten , den Organen, dem Kreislauf, Herz und Lunge, Muskeln und Sehnen, Händen
und Füßen abkoppelt. Pisa folgt damit einem defizitären Menschenbild, das sich in der zunehmenden motorischen Inkompetenz und neuen Krankheitsbildern bei unseren Kindern aufs Eindrucksvollste bestätigt.“
Prof. Dr. Gertrud Höhler, Autorin und Unternehmensberaterin |
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„Das Kind kann sich nur Erfahrungen zu eigen machen, die seinen Fähigkeiten entsprechen. Werden ihm Fertigkeiten und Wissen aufgedrängt, für die es entwicklungsmäßig
noch nicht bereit ist, wird es verunsichert und lustlos. Das Gefühl „Die Eltern erwarten von mir etwas, das ich offenbar begreifen sollte, aber nicht verstehe“ ist Gift für die kindliche Neugier und das
Selbstwertgefühl.“
Prof. Dr. Remo Largo, Facharzt für Kinderheilkunde, S.206 |
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„Lust am Lernen setzt Lust am Leben voraus“
Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe |
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„Fehlen dem Kind über längere Zeit Geborgenheit und Zuwendung, verliert es sein natürliches Interesse an der Umwelt und wird passiv. Es macht weniger Erfahrungen und
entwickelt sich langsamer.“
Prof. Dr. Remo Largo, Facharzt für Kinderheilkunde, S.201 |
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„Nur wenn Kinder die beiden Grunderfahrungen von emotionaler Geborgenheit und eigener Kompetenz machen konnten, sind sie später auch in der Lage, eine eigene
Vorstellung von sich selbst zu entwickeln, zu lernen und über ihre Stellung und Rolle in der Welt nachzudenken und dabei ihre eigenen Möglichkeiten zur Erschließung und Gestaltung dieser Welt zu entdecken.“
Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther, Neurobiologe |
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Durch die Gesamtheit dieser Erfahrungen gelangt das Kind zu der „Gewissheit, dass die Welt bei entsprechender Bemühung prinzipiell
durchschaubar ist, handhabbar und gestaltbar ist, Sinn enthält, so dass auch die eigenen Anstrengungen Sinn machen und es lohnend ist, sich auf die Herausforderungen des Lebens einzulassen.“
R.Patzlaff, W.Saßmannshausen |
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“Man lernt am Computer nicht denken. Die Chance, dass man es sich durch seine Benutzung abgewöhnt, ist demgegenüber sehr hoch.“
Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Hirnforscher |
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„Werden Sehen und Hören entkoppelt – wie beim Wahrnehmen via Bildschirm und Lautsprecher - , sind Störungen der Wahrnehmung und des Lernens vorprogrammiert. (...)
Bildschirm-Erfahrungen stellen damit eine extreme Verarmung der Erfahrungen des kleinen Kindes dar. Von der Tatsache, dass am Bildschirm die Tiefendimension fehlt, dass man nichts anfassen kann und
schon gar nichts riechen oder schmecken, einmal ganz abgesehen.“
Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Hirnforscher |
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„Wir haben dem Kinde zu geben, was es zum Leben braucht, nicht aber dürfen wir es unter Zwang setzen, um es nach unserem eigenen Bilde zu formen, sondern wir
müssen ihm eine Freiheit in der Entwicklung lassen und sie achten.“ Rudolf Steiner, Philosoph und Pädagoge, Elemente der Erziehungskunst, S. 58 |
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„Lernen bedeutet für ein Kind, sich Fähigkeiten und Wissen auf seine Weise anzueignen. Der Lernprozessß selbst motiviert das Kind und nicht ein von den Erwachsenene
erwünschtes, für das Kind nicht begreifbares, hypothetisches Endresultat.“ Prof. Dr. Remo Largo, Facharzt für Kinderheilkunde, S.226 |
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